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22.06.2006 - Linuxnews - Linuxupdate - Linuxsystem


Linux Umsatztreiber bei Dell

Hardware-Hersteller Dell macht nach aktuellen Zahlen 25 Prozent seiner Umsätze im Unternehmensumfeld mit Linux. Jay Parker, Marketingleiter für Dell PowerEdge Server stellte diese Zahlen auf einer Konferenz am 6. Juni in Monte Carlo vor.
Mit der Dienstleistungssparte von Dell habe der Hersteller mittlerweile 500 Migrationen von Unix zu Linux abgeschlossen. Die Kunden migrieren von proprietären Unix-Umgebungen von Anbietern wie Sun und IBM zur Linux-Alternative.
Bislang hatte Dell nur Red Hat Linux angeboten, aber nun soll auch Novells Suse Linux als Partnerunternehmen in das Vertriebsprogramm eingebunden werden. Derzeit laufen Tests und Zertifizierungen, aber auch Support und Dienstleistungsangebote für Hardware und Linux-Betriebssysteme sollen folgen. Aktuell sei Dell bereits in der Lage, 90 Prozent der Serviceanfragen für Red Hat Linux abzudecken, ohne Red Hat einschalten zu müssen.

 

Berliner Senat sperrt sich gegen vollständige Linux-Migration

Die Berliner Senatsverwaltung hat sich gegen eine vollständige Migration der Behördenrechner auf Linux ausgesprochen. Sie stellt sich damit gegen die Aufforderung des Berliner Abgeordnetenhauses, einen Zeitplan zur zweistufigen Umstellung der Server- und Arbeitsplatzcomputer auf Open-Source-Systeme vorzulegen. Die von dem Beschluss angemahnte Migration hin auf freie Software “erscheint dem Senat als nicht marktkonforme, technologisch und insbesondere wirtschaftlich nicht vertretbare Maßnahme”, konstatiert der heise online vorliegende Bericht zur Position des Parlaments. In seinen Konsequenzen sei der Beschluss der Abgeordneten auch so “nicht umsetzbar”, heißt es in dem vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Innensenator Ehrhart Körting (beide SPD) unterzeichneten Papier. Die vollständige Umrüstung widerspreche den Zielen der Berliner IT-Strategie.
Vor einem Jahr hatte die Senatsverwaltung für Inneres eine Umstellung in der Hauptverwaltung von Microsoft-Software auf Open Source grundsätzlich für machbar erklärt. Linux sei mit geringfügig geringeren Betriebskosten als Windows zu betreiben, so die Aussage. Die Lauffähigkeit und die Kosten für die Umstellung der Fachverfahren seien aber als “kritischer Entscheidungsfaktor” anzusehen. Insbesondere der Ansatz einer “reinen Open-Source-Software-Landschaft” bis zum Endgerät erschien der Behörde zweifelhaft. Eine Entweder-oder-Diskussion hielt sie generell für nicht sachgerecht.
In dem neuen Bericht können die Abgeordneten nachlesen, dass die “vollständige Umstellung” der Server- und Arbeitsplatzsoftware auf Linux eine “völlige Abkehr” vom Berliner “Open-Systems-Konzept” darstelle. Gemäß dieser “vom Senat verfolgten und dem Parlament bereits in diversen Berichten dargelegten Strategie” sei die Hauptaufgabe die Einrichtung “offener IT-Architekturen”. Erreicht werden soll damit “die für einen wirtschaftlichen IT-Einsatz erforderliche Herstellerunabhängigkeit und Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lösungen”. Insbesondere will der Senat die Koexistenz “offener” und “herkömmlicher” beziehungsweise “proprietärer” Programme in Form einer “Mischlösung” vorantreiben.
Das Nein zur kompletten Umrüstung versucht der Senat mit dem Verweis auf Probleme bei der Linux-Migration der Stadt München im Rahmen des LiMux-Projekts zu untermauern. Mit der eigentlichen Umstellung sei auch nach vierjähriger Vorbereitung noch nicht begonnen worden, hält der Report fest, ohne auf die Verzögerungen durch die in München heftig geführte Debatte um Softwarepatente hinzuweisen. Besondere Anforderungen würden auch in der bayerischen Landeshauptstadt aus der Umstellung der vorhandenen Fachverfahren erwachsen und daher wieder verstärkt auf “Zwischenlösungen” auf Basis von Terminalimplementierungen und Emulationsprozessen zurückgegriffen. Diese Entwicklung verdeutliche “exemplarisch, welche Risiken mit einer weitgehenden Migration” in Richtung Open Source verbunden seien. Gleichzeitig verweist der Bericht aber darauf, dass es sich in München ebenfalls um eine Mischlösung handle.
Auch der Abschlussbericht des “Open4Future”-Projekts vom Dezember bringt den Senat nicht von seiner Meinung ab. Die Analyse hatte zum Ziel, das in der einer früheren Machbarkeitsstudie empfohlene Szenario einer gemischten Open-Source-Umgebung “unter Einsatz der Terminalserver-Technologie” in einer konkreten bezirklichen Umgebung in Tempelhof-Schöneberg auszuloten. Dabei konnte die technische Umsetzbarkeit einer Lösung mit freier Software, Microsoft-, und Novell-Produkten nachgewiesen werden. Auch die vorhandene “veraltete” Hardwareausstattung war weiter nutzbar. Das Pilotprojekt demonstrierte überdies an IPV, ProFiskal und ProInfo, dass die Migration von Fachverfahren keine unüberwindbare Hürde darstellt. Eine Orientierung an offenen Standards und Normen sei daher künftig die wichtigste Frage bei der Realisierung von IT-Projekten, lautet das Resümee der Studie. “Wenn sich auch ein bisher anders aufgestellter Marktführer so orientiert, bleibt uns nur, von dann an allen Anbietern – bei gleichen Leistungsdaten – den wirtschaftlichsten auszuwählen”.
Der Senat verweist dagegen darauf, dass in der gesamten Berliner Verwaltung etwa 390 Fachverfahren eingesetzt würden. Zudem seien “Aufwandsschätzungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen” im Rahmen des “Open4Future”-Projekts nicht berücksichtigt worden. Die Studie könne so nicht als Voraussetzung für landesweite Planungen gelten.
Das Abgeordnetenhaus wird sich am 22. Juni im Ausschuss für Verwaltungsreform und Kommunikations- und Informationstechnik wieder mit der Linux-Migration beschäftigen. Dabei geht es auch um einen Antrag der Grünen zur Umstellung der Server-Betriebssysteme auf Open Source. Aber in der SPD-Fraktion zeigt sich die Basis ebenfalls sehr unzufrieden mit der Stellungnahme des Senats. “Die Schlange windet und windet sich”, ist dort zu vernehmen. Nach “einem Vierteljahr Arbeit hoch bezahlter Beamter und zusätzlicher Experten” sei ein “armseliges Papier” herausgekommen.
So werde etwa die Tatsache ignoriert, monieren die sozialdemokratischen Kritiker, dass irgendeine Migration weg von Windows NT4 generell stattfinden müsse. Gleichzeitig falle kein Wort über die Kosten des Hardware-Ersatzes von mindestens einem Drittel aller Berliner Verwaltungscomputer im Fall einer Migration nach Windows XP und des dabei gleichfalls erforderlichen Anwendungstransfers. Es gehe auch im Beschluss der Abgeordneten nicht um eine vom Senat unterstellte “Hau-Ruck-Umstellung”, sondern um Vorgaben für unbedingt notwendige Neubeschaffungen und Updates. Eine wirkliche Öffnung der Infrastrukturen sei generell erst über die Jahre hinweg zu erwarten. Der Senatsbericht dürfe daher auf keinen Fall abgenickt werden, um eine “proprietäre Migration” zu verhindern.

 

Studie: Windows zuverlässiger als Linux

Laut einer aktuellen Vergleichs-Studie der Yankee Group ist der Windows Server 2003 zuverlässiger als jedes Linux-System im Vergleich. Die amerikanischen Analysten stellen in der “2006 Global Server Reliability Survey” zwar fest, dass die wichtigsten Betriebssysteme sich in der Zuverlässigkeit auf einem hohen Niveau angeglichen haben, dennoch sei Windows 2003 nach wie vor führend.
In einem Kopf-an-Kopf-Vergleich habe ein Windows Server 2003 gegenüber einem Red Hat Enterprise Linux in identischen Einsatzgebieten zwanzig Prozent mehr “Uptime” verzeichnet.
Unter den wichtigsten Server-Betriebssystemen waren nur Unix-basierte Server-Systeme wie HP-UX und Sun Solaris dem Windows Server 2003 hart auf den Fersen. Weitere Testergebnisse der Studie zeigeten, dass in einem durchschnittlichen Unternehmensumgebung Linux-, Windows- und Unix-Server drei bis fünf Ausfälle pro Server pro Jahr zu verzeichnen hatten, was eine Ausfallzeit zwischen zehn und 19,5 Stunden zur Folge hatte, Linux häufiger als Unix oder Windows. Yankee Group führt einen Großteil der Ausfallzeit auf Dokumentationsmängel zurück bei Linux und Open Source-Systemen im Vergleich zu den reiferen, etablierten Betriebssystemen.

 

Fortschritte bei Elektra

Das Entwicklerteam von Elektra arbeitet daran, ihre Software in Fedora Extras und in die nächste SUSE-Version zu integrieren.
Inspiriert von der Windows-Registry und GConf speichert Elektra, ursprünglich unter dem Namen »Linux Registry« gestartet, Konfigurationsdaten in einer Hierarchie von Schlüssel- und Wertepaaren. Im Gegensatz zu GConf benötigt Elektra keinen Daemon und strebt die systemweite Konfiguration wie die Windows-Registry an, verwendet allerdings ein XML-Format zur Repräsentation des Konfigurationsbaumes.
Eine beispielhafte Implementation der X.org-Konfiguration mit Elektra wurde bereits im Dezember 2004 vorgestellt. Doch bevor Elektra als Erfolg bezeichnet werden kann, muss es erst eine möglichst große Zahl von Projekten davon überzeugen, ihre bestehenden Konfigurationsmethoden zu ersetzen. Dieses Unterfangen ist wahrscheinlich schwieriger als die Implementation der Software selbst. Wenig war im letzten Jahr über die Akzeptanz von Elektra zu hören. Immerhin hat das Projekt nun die Unterstützung von Samba, das im Rahmen eines »Summer of Code«-Projektes eine alternative Implementation der Konfiguration mit Elektra vornehmen will.
Die kürzlich veröffentlichte Version 0.6.2 von Elektra zielt auch auf eine Aufnahme der Bibliothek in das »Fedora Extras«-Repositorium. Auch bei SUSE gibt es, angeregt durch die Anwender, Überlegungen zur Integration. Andreas Jaeger schrieb am 4. Mai, dass er nach der Veröffentlichung von SUSE 10.1 sich die Sache näher ansehen werde.
Doch die Distributionen können im Wesentlichen nur die Infrastruktur bereitstellen. Die Überzeugungsarbeit bei den Entwicklern der freien Projekte, auf Elektra als einheitliche Konfigurationslösung zu setzen, muss das Projekt selbst leisten

 

Suse aktualisiert Paketmanager

Das Novell-Projekt OpenSUSE hat am Wochenende eine aktualisierte Version des distributionsspezifischen Paketmanagers bereitgestellt.
Eine große Neuerung von SUSE Linux 10.1 stellte das veränderte Paketmanagement dar. Obgleich sich an der grafischen Oberfläche nur wenig geändert hat, haben die SUSE-Entwickler den Kern des Paketmanagements ausgetauscht. Die neue Funktionalität sorgte unter anderem mehrmals für Verzögerungen und bereitete auch nach der Freigabe von SUSE Linux 10.1 diverse Probleme, wie unser Test beschreibt.
Wie das offene Projekt nun schreibt, steht allen Interessenten eine aktualisierte Version des Paketmanagement-Systems zur Verfügung. Nach Angaben der Verantwortlichen handelt es sich dabei um einen »wichtigen Patch«, der neben verschiedenen Korrekturen auch Geschwindigkeitsverbesserungen für Yast und Zen enthält. Eine Unterstützung für das Patch-RPM-Management ist für eine spätere Aktualisierung angekündigt.
Die neue Aktualisierung kann seit dem Wochenende vom Suse-Server und dessen Mirrors bezogen werden. Das Team empfiehlt, für das Update die Aktualisierungsfunktion YaST Online Update (YOU) zu nutzen.

 

Bandit: Identitätsmanagement als Open Source

Neues Projekt von Novell entwickelt Komponenten für Identitätsdienste - Im Rahmen des Open-Source-Projektes “Bandit” möchte Novell Komponenten zum Identitätsmanagement entwickeln, die auf offene Standards setzen. So sollen sich diese Komponenten in verschiedene Dienste integrieren lassen und verschiedene Authentifikationsmethoden unterstützen. Die Entwicklung möchte Novell mit Hilfe der Community vorantreiben und alle Teile von Bandit konsequent als Open Source veröffentlichen.
Das bisher von Novell noch nicht offiziell angekündigte Bandit-Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, Komponenten für ein offenes Identitätsmanagement zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei momentan auf einem allgemeinen Framework sowie Authentifizierungstechniken und allgemeinen Regeln für die Identitätsverwaltung. Bandit nutzt dabei auch die Arbeit, die von IBM und Novell bereits im Rahmen des Higgins-Projektes geleistet wurde. Dieses soll eine Alternative zu Microsofts Infocard schaffen und damit die Basis für eine Sicherheitssoftware darstellen, die Nutzern mehr Kontrolle über ihre Online-Identität gibt. Ferner möchte man auf offene Standards und Protokolle setzen, so dass sich Bandit nahtlos in andere Dienste integrieren lässt. Auch der Aufbau neuer Dienste rund um Bandit soll so erleichtert werden.
Derzeit befinden sich mehrere Komponenten in der Entwicklung, die alle zusammenarbeiten. Higgins dient dabei als Identity Store Architecture und übersetzt Anfragen, die sie bekommt, in andere Protokolle und leitet diese weiter. Mit CASA wird zudem eine Infrastruktur zum sicheren Speichern von vertraulichen Daten entwickelt. CASA ist Teil der Suse-Linux-Distribution und auch für Windows verfügbar.
Mit der Audit Record Framework Architecture stellt das Bandit-Projekt ein API zur Verfügung und das Role Engine Model dient zum Festlegen von Zugriffsrechten. Mit FLAIM und XFLAIM stehen außerdem zwei Bibliotheken zur Verfügung, die sich aus Anwendungen heraus aufrufen lassen. Erste Versionen dieser Komponenten stehen auf den Projektseiten auch bereits zum Download bereit. Novell entwickelt laut der Projekt-Webseite aktiv an Bandit mit, erhofft sich aber nun auch die Teilnahme von anderen Programmierern, um das Projekt weiter voranzutreiben.


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